38 Mitglieder waren unserer Einladung gefolgt.

1. Begrüßung durch unseren Ersten Vorsitzenden Herrn Luft

Die Mitgliederversammlung wurde ordnungsgemäß einberufen mit dreiwöchiger Frist und ist beschlussfähig. Das Leitbild des Fördervereins wird vorgelesen.
Die Belegklinik besteht heuer 75 Jahre, der Förderverein 45Jahre.

2. Totengedenken
Wir wissen leider nicht immer, wer unserer Mitglieder und wann er/sie gestorben ist. Wichtig ist es, der Menschen zu gedenken, die den Verein, besonders in der Anfangzeit getragen haben. Die Gründer hatten ja die Idee, der Verein werde nicht lange Bestand haben, da sich das Problem, wofür der Verein gegründet worden war, von allein lösen werde.
Hr. Luft liest zum Abschluß das „esoterische Vater Unser“ von Rudolf Steiner vor.

3. Tätigkeitsberichte des Vorstands
Im Teil A erfolgen die Berichte von G. Luft und Th. Geisse.
G. Luft beginnt seinen kurzen Rückblick mit dem AOK-Vertrag als Ergebnis eines 15jährigen Ringens. Der Idealvertrag war an den Hürden der Bürokratie gescheitert. Der zustande gekommene Vertrag ist keine Liebeserklärung an den Förderverein. Eine Hypothese war, dass der Patient, der in der Belegklinik behandelt wird, für die Krankenkasse weniger Kosten verursacht. Eine weitere Krankenkasse, die BKK VBU, ist letzte Woche sehr konstruktiv in Verhandlungen mit der Belegklinik getreten. Diese Verträge bringen Entlastungen für Patient, Krankenhaus und Belegklinik und sind ein großer Schritt in die richtige Richtung. Hr. Kiesewetter MdB hat die Belegklinik 2/2015 besucht und war besonders von der Begegnung mit einer jungen schwer kranken Patientin so beeindruckt, dass er Mitglied im Förderverein geworden ist.


Bericht von Th. Geisse:
Der AOK-IV- Vertrag mit der Belegklinik trat im August 2014 in Kraft. Er beinhaltet ein Zusatzentgelt für die Belegklinik, weniger MdK-Anfragen und für den Patienten die nachstationäre 3-monatige finanzielle Beteiligung der AOK an Arznei- und Heilmittelkosten (Heileurythmie, Kunsttherapie). Mit weiteren Kassen, insbesondere der SBK ziehen sich die Verhandlungen- wie zuvor mit der AOK- außerordentlich in die Länge. Zur BKK VBU hat sich G. Luft schon geäußert.

Es kommen weitere Anerkennungen „von aussen“, diesmal vom Vorstand der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD), der seine Klausurtagung im September 2014 in Heidenheim abhält und sich ausführlich die Belegklinik zeigen lässt: „Ihr seid das Mekka der Äußeren Anwendungen!“ Es wird aus dem September 2014-Rundbrief der GAÄD eine ausführliche Würdigung der Belegklinik vorgelesen. In der Folge wird Dr. Laubersheimer in das kleine Organisationskomitee der Jahreskonferenz der Medizinischen Sektion in Dornach (CH) berufen. Unter dem Motto „Die Würde des menschlichen Leibes“ versammeln sich knapp 1000 internationale TeilnehmerInnen aus den unterschiedlichen medizinischen Berufen zu Äußeren Anwendungen aller Art. Die Belegklinik war mit einem Großaufgebot an Pflegenden und ÄrztInnen in verschiedenen Workshops vertreten. Für Fr. Dr. Kusserow war es „ein Stück Erfüllung, Heidenheim war ganz organisch anwesend“. Der Förderverein hat Fahrt- und Teilnahmekosten für einzelne Pflegende übernommen.

Wir haben in beiden Weihnachtsbriefen auf das Ringen hingewiesen, neue Arbeitsformen unter den Ärzten der Belegklinik in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen, hier insbesondere Dr. Geyer und Dr. Daumüller zu gestalten. Hierbei soll ein Vertretersystem installiert werden, damit der riesige zeitliche Aufwand der Belegklinik mit 24h- Präsenz resp. Bereitschaft an 365 Tagen im Jahr  auf mehreren Schultern verteilt wird, letzte Woche war der Start für das neue System! Um diesem Modell genügend Einarbeitungszeit zu geben, bevor es öffentlich vorgestellt wird – es handelt sich hierbei ja um eine wesentliche Weiterentwicklung der Belegklinik- haben wir die Ausrichtung unser Doppeljubiläen auf 2017 verschoben.
In eigener Sache haben wir uns ab Juni 2015 um eine neue Mitarbeiterin im Erweiterten Vorstand Frau Christa Weidner gefreut. Ausgehend von ihrem Angebot der Mitgliederbetreuung kam eine Organisationsentwicklung des Fördervereins in Gang mit der Frage, wer sich wie im Erweiterten Vorstand engagieren will und kann.
Zuletzt erfolgt ein kurzer Blick auf den Umzug der Belegklinik in den Neubau im Juni 2015 mit dem Verlust von 3 Betten auf jetzt 17 in 6 2- und 3- Bettzimmern, was die Möglichkeit schwer kranke Patienten einzel zu legen noch weiter erschwert hat. Für die Patienten sind die neuen Zimmer komfortabler und heller, die MitarbeiterInnen haben längere Wege zurückzulegen.
G. Luft ergänzt, dass der Förderverein einen Weihnachtsschmuck mit schönen Amaryllis spendiert hat, um mehr Licht in diese Gänge zu bringen.

Regina Naake-Laquai berichtet im Teil B. ausführlich für die Geldverwaltung über zwei gute Jahre, in denen insbesondere G. Luft und Fr. Dr. M. Kusserow sich erfolgreich um Spendeneinwerbung bemüht haben. Auch dankbare Patienten haben gespendet. Für die Details bitte getrennte Aufstellung konsultieren.

4. Aussprache über die Inhalte der Tätigkeitsberichte
Hr. Dr. Janke freut sich über den Mitgliederzuwachs beim Förderverein wider den allgemeinen Trend bei den Vereinen. Die eigentliche Motivation, beizutreten entsteht durch die Erlebnisse auf der Abteilung.
Wir haben knapp 600 Mitglieder. Da die Altersarmut eine Realität ist, kommen wir auf die älteren Mitglieder zu. Es gibt daher bewusst keinen festen Mitgliederbeitrag.

G. Luft: Sie können in der Zeitung nicht so Werbung für den Verein machen, wie es die Menschen tun, denen hier geholfen worden ist. Die liebevolle Hingabe an den Menschen hat die Welt nötiger denn je. Ich bin sehr befriedigt, dass dies hier in Heidenheim mit Ihrer Unterstützung möglich ist. Wenn man etwas mit Liebe tut, ist es keine Last.

5. Bericht der Kassenprüfung:
Am 28.03.2016 haben Hr. Schwäble, Fr. Burckhardt und Fr. Mühlberger bei Frau Naake-Laquai die Kassenprüfung durchgeführt: Eine saubere und korrekte Kassenführung wird bestätigt.

6.  Entlastungen für die Geschäftsjahre 2014 und 2015
Frau Schabel beantragt die Entlastung des gesamten Vorstands und der Kassiererin.
Die Entlastung erfolgt einstimmig.

7. Neuwahlen:
Der bisherige Vorstand wird einstimmig in seinen Ämtern wiedergewählt.
Hr. Luft als Vorsitzender, Hr. Geisse als stellvertretender Vorsitzender und Fr. Mühlberger     als Schatzmeisterin. Hr. Schwäble wird als 1. Kassenprüfer bestätigt, Fr. Weidner als 2. Kassenprüferin neu gewählt.

8. Kurzer Hinweis auf die Mitglieder des Erweiterten Vorstandes
s. Einladung

9. Verschiedenes
Frau Riemann stellt einen Workshop vor „Mission und Vision des Fördervereins“, in dem es um moderne Vereinsarbeit gehen soll und lädt die Anwesenden ein, mitzumachen.

Hr. Luft ernennt Fr. Dr. Maria Kusserow für ihre langjährigen Verdienste zum 1. Ehrenmitglied unseres Vereins. Sie wird lange beklascht und gefeiert.
Dr. Laubersheimer erhält für seine 10jährige Leitung der Belegklinik für Homöotherapie und seinen 50. Geburtstag eine für Groß und klein gut bestückte Arzttasche.
Zuletzt liest Hr. Luft die Namen einzelner größerer Spender vor, damit wir ihrer in Dankbarkeit gedenken und dankt den Pflegenden der Belegklinik herzlich mit einem schönen Rosenstrauß.

Unsere Verbindung zur Hahnemania wird noch erwähnt, die den Vorsitzenden der Nattheimer Homöopathen neulich zum Nachfolger von Frau Maier-Regel als 1. Vorsitzender gewählt hat.


10. Vortrag Fr. Dr. Maria Kusserow:
Das „Mekka der Äußeren Anwendungen“ spricht man sich nicht selber zu. Gemeint ist ein Zentrum, das sind wir vielleicht für die Äußeren Anwendungen. Fr. Kusserow verweist auf die Aufgaben der GAÄD in Aus- und Weiterbildung für Ärztinnen und Ärzte, auch auf das Zertifikat „ Anthroposophische Medizin“, dass sich Ärzte aufs Schild schreiben können und das gegenüber den Krankenkassen wichtig geworden ist.
Bei uns beginnt der Tag mit Ganzkörper-Einsalzungen und endet mit Fußbädern am Abend. Eine Patientin äußerte einmal „mit den Äußeren Anwendungen beginnt jetzt die Therapie“. Sie sind wichtig als erste Maßnahme, um auch schwere Krankheiten zu behandeln, sie schaffen Ruhe und Vertrauen in die Medizin. R. Steiner verweist darauf im 1. Ärztekurs.
Die Äußeren Anwendungen gibt es in Heidenheim seit 1966. Dr. Klett, Fr. Kusserows Vorgänger hat ihr das Vertrauen in die Äußeren Anwendungen „vererbt“. Er verstand etwas vom physischen Leib des Menschen. Mit Frau Ursula de Gruyter, seiner Sprechstundenhilfe, hat er vieles entwickelt und improvisierend ausgearbeitet. Der Wickel ist ein Vermittler für Medikamente, die dem Organismus etwas zufügen, was er nicht mehr leisten kann. Die orale Medizin hat einen weiten Weg, das geht subkutan schon viel schneller, noch kräftiger ist die intravenöse Gabe. Die Haut ist das größte Organ des Menschen, überall im Leib gibt es Bitterrezeptoren. Das Gehirn ist über die Haut erreichbar. Sie haben einen gemeinsamen Ursprung im äußeren Keimblatt.

Dass therapeutische Ideen Wirklichkeit werden können, ist ein Verdienst der Pflegenden. Vom sorgfältigen Anlegen eines Wickels hängt der therapeutische Effekt ab. Auch braucht es einen Rahmen für die Äußeren Anwendungen. Die Nachruhe ist sehr wichtig, hier wird eine neue Ordnung angeregt. Bei den Schwerkranken werden Nachtprozessse in den Tag verlängert.
Die Zusammenarbeit der Ärzte und Pflegenden ist sehr wichtig, prototypisch in der Anthroposophischen Medizin-Landschaft. Aus diesen Berichten der Pflegenden über ihre Beobachtungen am Patienten um den Wickel herum, entsteht die Therapie. Dies ist eine verantwortungsvolle und befriedigende Tätigkeit für die Pflegenden.
Zuletzt führt Frau Kusserow noch den sehr beeindruckenden Heilungsverlauf eines 5 1/2 jährigen Jungen mit einer Lungenentzündung aus, bei dem Brustwickel mit Schafgarbe, Pestwurz und Zitrone eine entscheidende Rolle gespielt haben.